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Miss Atom

Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März kürte die russische Atomindustrie zum 6. Mal ihre „Miss Atom„. Die Kandidatinnen dieses ungewöhnlichen Schönheitswettbewerbs waren allesamt Mitarbeiterinnen der Nuklearindustrie. Der Gewinnerin, Ekaterina Bulgakowa, winkt nun ein Urlaub auf Kuba. Und die Weltpresse berichtet… (siehe z.B. Spiegel Online, kritisch kommentiert wird auf dem Greenpeace-Blog)

Angesichts einer solchen Image-Kampagne stellen sich mir vor allem drei Fragen:

1. Was sagt diese Kampagne über das aktuelle Image der Atomindustrie und über ihre wirtschaftlichen und politischen Aussichten aus?

2. Inwiefern tragen die weltweiten Massenmedien bewusst zum Imagegewinn der Atomindustrie bei, in dem sie – zum größten Teil unkritisch – über den Wettbewerb berichten? (Sollte ich das selbst lieber ignorieren, anstatt zu bloggen?)

3. Sollte ich mich als Frau über die Provokation, den internationalen Frauentag mit einer fragwürdigen Schönheitsheldin zu beehren, viel eher aufregen als sie zu belächeln?

(4. Liest irgend jemand diesen Beitrag, wenn ich das schöne Copyright-geschützte Foto der Gewinnerin – Bikini vor Reaktor – nicht zeigen darf…?)

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Diskussion

  1. Naja, ein Foto vom Bikini Atoll wäre ja auch passend.

    Ok, schwarzer Humor beiseite, denn die Perspektiven sind wirklich nicht so witzig. Finde, dass wir alle ruhig eine Alarmstufe höher schalten sollten.

    Zwei Dinge scheinen mir strategisch zentral:

    1.) die sich an(auto)bahnende deutsch-französische Kooperation zu neuen Antriebstechnologien für den Kraftfahrzeugverkehr sprich Elektroantrieb sprich „klimafreundliche“ Uranautos.

    2. Modernisierungsstrategien für Nord und West Afrika mit Hilfe von Atomkraft (z.B. Landwirtschaft als Ersatz für die zunehmend kritischeren Produktionsbedingungen in Südeuropa.

    Eine Beschäftigung mit dem Desertec Projekt des Club of Rome (wozu es ja bei Bölls eine super Veranstaltung gab) sollte zum Kern einer widerständigen Bewegung dagegen gehörten.

    Zur Umweltfreundlichkeit eines Atom getriebenen Kraftfahrzeugverkehrs lohnt ein Blick in Richtung Uranminen

    Im März 2009 hat der französische Atomkonzern Areva eine Lizenz zum Betrieb einer riesigen Uran-Mine im Niger erhalten. Es handle sich um die größte Uran-Lagerstätte in Afrika und die zweitgrößte der Welt

    Areva wird künftig 66,65 Prozent der Anteile an der Betriebsgesellschaft der Mine halten, der Rest bleibt im Besitz des Staates Niger. Die Ausbeutung der Lagerstätte soll im Jahr 2012 beginnen. Niger werde damit zum zweitgrößten Uran-Produzenten der Welt aufsteigen. Vorgesehen sei der Abbau von maximal 5000 Tonnen Uran jährlich. Die Vorräte reichten nach Angaben von Areva mehr als 35 Jahre.

    Quellen: news.ch am 6.1.2009; Germanys Trade Invest vom 9.1.2009

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