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Fritz Vorholz bringt es auf den Punkt

Fritz Vorholz, Journalist der ZEIT, ist eine der wenigen Stimmen in der deutschen Presselandschaft, die konstant und kompetent zu klima- und energiepolitischen Fragen berichten. Im Artikel „Erde ohne Aktien“ hat er die Herausforderungen im globalen Klimaschutz auf den Punkt gebracht. Ein paar Auszüge:

Die Weltwirtschaftskrise kostet nicht nur Arbeitsplätze. Sie verschlingt nicht nur Billionen Euro für Konjunkturprogramme. Zu allem Übel verursacht sie auch heimliche Kosten. So sinkt die Bereitschaft, sich anderen, nicht weniger drängenden Herausforderungen zu stellen. Zum prominentesten Opfer ist der Kampf gegen den Klimawandel geworden. In Zeiten wachsender Arbeitslosigkeit und kollabierender Unternehmen könnten wir uns Klimaschutz nicht mehr leisten, heißt es.

Ein Irrglaube. Tatsächlich können wir es uns nicht leisten, auf den Schutz des Klimas zu verzichten.

Die von Menschen verursachte Wirtschafts- und Finanzkrise sorgt für Verheerungen im Universum der Ökonomie. Der Schaden ist groß, aber er ist reparabel. Die ebenfalls vom Menschen angezettelte Erderwärmung gefährdet den Lebensraum Erde; dieser Schaden ist irreparabel.

(…)Soll die Erde nicht zu einem lebensfeindlichen Treibhaus werden, duldet der Kampf gegen den Klimawandel keinen Aufschub.

Dieser Kampf verlangt von uns allerdings mehr, als Windräder aufzustellen, sparsamere Autos zu kaufen und Häuser zu sanieren. Notwendig ist ein historisch einmaliger Pakt zwischen Nord und Süd, zwischen Industrieländern auf der einen, Schwellen- und Entwicklungsländern auf der anderen Seite.

Die Länder des Südens haben zwar nicht viel zum Klimafrevel seit Beginn der Industrialisierung beigetragen; inzwischen sind jedoch einige von ihnen, voran das bevölkerungsreiche China, zu Großemittenten von Treibhausgasen geworden. Soll die Erderwärmung gebremst werden, sind China & Co deshalb gefordert. Die Länder des Nordens, die Verursacher des bereits messbaren Temperaturanstiegs, sind allerdings doppelt gefordert. Sie müssen nicht nur ihre Emissionen deutlich mindern; sie stehen ebenso in der Pflicht, dem Süden mit Geld zu helfen – auch, um ihre historischen Klimaschulden zu begleichen.

Ein Lesetipp!

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