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Wälder als Opfer des Klimawandels

Die Rolle von Wäldern in der Klimapolitik wird seit langem schon heiß diskutiert. Wir wissen, dass Emissionen aus Entwaldung etwa 20 % der globalen Emissionen ausmachen und dass Wälder als Senken mehr CO2 absorbieren als sie abgeben. Weniger bekannt dagegen ist die Tatsache, dass auch Wälder massiv von den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sind und in ihrer Senkenfunktion eingeschränkt werden.

Nächste Woche (20. April bis 1. Mai) tagt in New York das United Nations Forum on Forests (UNFF). Anlässlich dieser Tagung wird bereits heute eine neue Studie präsentiert, die davor warnt, dass die Senkenfunktion der Wälder bereits ab einer globalen Erwärmung von mindestens 2,5 °C komplett verloren gehen könnte! Dabei muss man sich vor Augen halten, dass wir uns nach aktuellem Stand der internationalen Klimaverhandlungen von einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2°C Lichtjahre entfernt sind…

Geschrieben wurde die Studie von 35 internationalen WaldexpertInnen und koordiniert von der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) im Rahmen des Collaborative Partnership on Forests (CPF) mit 14 Mitgliedsorganisationen, darunter FAO, Weltbank, UNEP, UNDP, IUCN, UNFCCC, GEF u.a.

Zwar werden einige Waldregionen der Welt auch vom Klimawandel profitieren, beispielsweise durch erhöhte Holzproduktion bedingt durch höhere Temperaturen und/oder vermehrte Niederschläge. Aber generell werden sich die Lebensbedingungen der Menschen, die Wälder als Lebensraum nutzen und von Waldprodukten abhängig sind, massiv verschlechtern.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass auch bei Implementierung aller bekannten Anpassungsmaßnahmen die Auswirkungen des Klimawandels die Anpassungskapazität der Wälder übersteigen werden. Das einzig bekannte Gegenmittel: massive Reduktion von CO2-Emissionen weltweit und zwar so schnell wie möglich!

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