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Die Macht der Bilder

Eine große Überraschung war es ja nicht, aber empören tut es immer wieder, wenn einem das Wissen über das absichtliche in-Unwissenheit-Gelassen bewusst wird. Der Anlass: Nun endlich von der Obama-Administration freigegebene Satellitenaufnahmen zu den schwindenden Eisfeldern in der Arktis, die die Schnelligkeit, Unaufhaltsamkeit und dramatischen Effekte des Klimawandels im Laufe nur eines Jahres deutlich erkennen lassen:

Alaska Juli 2006Alaska im Juli 2007

Chukchi Sea , port of Barrow, Alaska: July 2006 (left) and July 2007 (right)

Quelle: www.dailymail.co.uk

Kein Wunder – die Washington-Administration unter George W Bush war nicht daran interessiert, diese Bilder der amerikanischen bzw. Weltöffentlichkeit sichtbar zu machen; wie jüngst der Guardian berichtete. Sprechen sie doch nur eine zu eindeutige Sprache über die wie im Blog vom 08.07.2009 geschilderten Auswirkungen globaler Erwärmung auf das Abtauen der Polarkappen.

Klar, freie Segeltörns via Grönland – eine feine Sache! Demgegenüber weitere Bilder diesmal von einsamen Eisbären auf der Suche nach letzten Lebensräumen und Nahrungsquellen…

Eisbaer

Quelle: www.thieme.de/…/schiffsarzt_eisbaer.jpg (verfügbar über: http://search.creativecommons.org/)

Wie lange haben die eigentlich noch zu leben, wenn das Abschmelzen der arktischen Eisschilder nun doch schneller erfolgt als gedacht? Oder nehmen wir das Beipiel kleiner Inselstaaten wie Mauritius und Tuvalu – Sollte man dort besser noch schnell Urlaub machen, bevor das alles im Meer versinkt?

Alles Stimmungs- bzw. Panikmache? Vielleicht lag die Bush-Administration gar nicht so falsch damit, bestimmte Bilder nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. Da hätte ja eventuell internationalen und nationalen Druck entstehen können, nicht ganz so relaxed mit dem Klimaschutz und der Klimapolitik umzugehen – und das wo sich doch selbst die Wissenschaftler nicht ganz einig sind, was nun die Art, Schnelligkeit und Auswirkungen klimatischer Phänomene wie dem Rückgang des Eisschilds in Alaska betreffen…

Dennoch empörend! Bilder wie diese sind als US-Militäraufnahmen wohl auch mit einer gewissen Glaubwürdigkeit versehen – ich nehme hier mal Vorwürfe der Photomontage seitens gewisser Alles-Skeptiker vorweg. Und sie sprechen als „Fakten von der Klimafront“ eine bei Weitem deutlichere Sprache als so manche schwer lesbare wissenschaftliche Abhandlung über 2°-Ziele, x-% Co2-Reduktion etc.

Womit sonst wenn nicht auch durch Bilder lassen sich Menschen in Unmut und Entsetzen ob der Auswirkungen klimatischer Veränderungen versetzen? Wodurch rüttelt man an der abgestumpften Passivität, bringt Menschen dazu, sich über das Nichtstun der Politiker_innen und Wirtschaft aufzuregen? Sich selbst vielleicht Gedanken zu machen, ob man/frau da nicht was tun sollte…..

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