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Bill Gates und die Wolken

Dass Bill Gates sein Microsoft-Vermögen einsetzt, um gegen Armut, Hunger und Krankheiten in der Welt zu kämpfen, ist bekannt. Nicht alle Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit sind mit seinen Methoden einverstanden und befürchten vor allem einen Machtverlust, da Mr. Gates Summen zur Verfügung hat, von denen staatliche Geber oft nur träumen können.

Neu ist mir, dass Bill Gates sich auch um das Klima sorgt und massive Mittel zur Bekämpfung der Erderwärmung einsetzt. Allerdings muss man sich in diesem Fall ganz besonders fragen, ob die Methoden die richtigen sind. Und auch hier macht mich nachdenklich, was man sich so leisten kann, wenn man es sich (finanziell) leisten kann – Geld ist Macht.

Jedenfalls berichtete die Times Online vor ein paar Tagen, dass Gates 300,000 US Dollar an eine Forschungseinrichtung in Kalifornien gespendet hat, die sich mit der Entwicklung von Maschinen befasst, die gigantische Mengen Meerwasser aufsaugen, zu Wasserstaub verarbeiten und dann als künstliche Wolken in die Atmosphäre sprühen.

Geoengineering nennt man das. Und dieses Thema steht auch seit einigen Wochen auf der politischen Agenda. Denn spätestens seit dem Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen ist klar, dass wir auch einen Plan B brauchen. Mächtige Wirtschaftslobbyisten und staatliche Klimasünder sehen nun im Geoengineering die Rettung – ist ja auch praktisch, wenn man sein Verhalten nicht ändern muss, einfach eine neue Technologie entwickeln, die die kaputte Erde wieder gesund macht.

Aber die Zivilgesellschaft macht ebenfalls mobil. Beim Klimagipfel in Cochabamba hat sich das Bündnis „Hand Off Mother Earth“ („Hände weg von Mutter Erde“) formiert, dass sich für ein Moratorium auf alle Geoengineering-Technologien einsetzt und hochkarätige Unterstützer in der NGO-Szene vorweisen kann, so z.B. Naomi Klein, Vandana Shiva, Friends of the Earth International und das Third World Network. Ein Moratorium wurde auch auf dem letzten UN-Gipfel zur Biodiversitätskonvention CBD in Nairobi vor einer Woche diskutiert und fand unter den Regierungen große Unterstützung (wenn auch keinen Konsens – welch Überraschung).

Ein Plan B ist immer gut und wir brauchen wahrscheinlich sogar Plan A, B, C und D zusammen, um die Klimakrise zu meistern. Aber wenn einflussreiche Menschen wie Bill Gates ihr nicht unbeträchtliches Vermögen in hochriskante Technologien stecken, von denen wir nicht wissen, ob sie funktionieren, wirklich helfen, tatsächlich bezahlbar sind und welche unerwünschten Nebenwirkungen sie haben, werden eben diese Mittel außerdem beim Umbau unserer Wirtschaftssysteme und Lebensweisen fehlen.

Eine Bewertung der Gates-Aktion aus zivilgesellschaftlicher Sicht findet sich hier. Hintergründe zum Moratoriums-Vorschlag sowie zu den Risiken des Geoengineerung gibt es hier.

Foto: wolken clouds von Learning Tour. Dieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz (CC-BY-NC-SA).

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