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Diskussion

  1. Ein schön gemachter Comic, in der Tat 🙂
    Allerdings war dieses Gesetz, aus meiner Sicht jedenfalls, von Beginn an leider eine Totgeburt.
    Dass die USA, Klimafreunde erster Stunde mit unheimlich grüner Lobby, ein Gesetz zur Schwächung der Wirtschaft bzw. ihrer Weltkonzerne auf den Weg bringen würde hat wohl niemand mit aller Konsequenz gedacht.
    Man hat sich, sicherlich auch durch Obama, dem internationalen Druck etwas gebeugt, in absoluten Zahlen war das Gesetz von Anfang an schwachsinnig, das Übel begann ja bereits am 28.6.2009, nachzulesen in einem Artikel der WELT.

    • Von Anfang an eine Totgeburt ist eine Fehleinschaetzung. Da war lange Zeit viel Musik drin. Das kann man allein daran sehen, wie ernst die Industrie die Debatte genommen hat. Das wurde vielleicht auch bei frueheren US-Umweltgesetzen gesagt- und die wurden dann in den 70er und 80er Jahren zum weltweiten Trendsetter.
      Frage: was soll denn von welchen absoluten Zahlen schwachsinnig gewesen sein? Das 17%-Reduktionsziel aus dem Waxman-Markey-Gesetz aus dem Sommer 2009 (bis 2020 gegenueber 2005) ist zwar wneiger als die Klimawissenschaft empfiehlt. Nach 10 verschenkten Jahren, einem parallelen Bevoelkerungswachstum von 17% und der kurzen Spanne (2012-2020) waere das ambitionierter als was Deutschland im gleichen Zeitraum leisten wuerde.

  2. Was nutzen die besten Klimagesetze, wenn:
    -die Siedlungsstruktur ein exzessives Maß an Mobilität nötig macht,
    -eine höhere Besteuerung von Öl und Energie politisch garnicht durchsetzbar ist,
    -jeder Rückgang des Souffleé-BIP (sprich: jeder Ansatz von Bescheidenheit) als Weltuntergang interpretiert wird,
    -die Häuser in aller Regel völlig heizenergieineffizient sind und die vielfach bis an Oberkante Unterlippe verschuldeten US-Bürger garkein Geld für die energetische Sanierung ihrer Häuser haben,
    -eine mächtige Lobby der Öl-, Gas- und Kohleindustrie erfolgreich Einfluss auf die Regierung und die beiden Parlamentskammern nimmt,
    -der Staat auf allen Ebenen zunehmend ein Überschuldungsproblem hat und garkeine finanziellen Möglichkeiten mehr hat, die nötigen Weichenstellungen in der Wirtschaft in die Wege zu leiten? Und dazu noch die Rüstung als weitaus wichtiger betrachtet, als die Energiewende?

    Vergesst die Hoffnung auf eine wirkliche Wende in der Klimapolitik. Selbst der am Anfang so bejubelte Steven Chu hat ganz offensichtlich nicht die Macht und womöglich nicht einmal den ausreichenden Willen, an der Klimadesasterpolitik der USA wirklich etwas Entscheidendes zu ändern.
    Mit dem völligen Versagen von Obama und Chu in der Klimapolitik sind die letzten Hoffnungen auf eine Änderung der US-Gesellschaft hin zu effizienterem Ressourcenverbrauch und einer deutlichen Emissionsreduzierung gestorben.
    Die Schwellenländer werden das Versagen des Westens auf dem Gebiet als Vorwand nehmen, ebenfalls auf teils aufwändige und teurere Emissionsreduzierung zu verzichten.
    Und der Musterknabe Deutschland hat ja nur Glück, durch das Vergleichsjahr 1990 Scheinreduzierungen seiner Emissionen ausweisen zu können. Denn 1990 lagen ja die Emissionen in Ostdeutschland noch auf Rekordniveau. Da lässt sich leicht reduzieren.

  3. In der Analyse der Lage gehe ich weitgehend mit. Vor allem das politische System, die Rolle des Geldes in der Politik und die Blockadestaerke der laendlichen Regionen sprechen dagegen, dass die USA umfassend und auf nationaler Ebene in den Klimaschutz einsteigen.

    Daraus schlusszufolgern, dass es mit der Klimapolitik in den USA nichts wird, ist aber zu kurz gesprungen. Die Bundesstaaten und va die Gerichte werden den Wandel vorantreiben. Es bahnt sich eine interessante Parallele an: Das Rauchen wurde auch durch juristische Entscheidungen in den USA marginalisiert – obwohl die Lobby die Politik im Wuergegriff hilt! Viele sehen eine aehnliche Gefechtslage in der Klimapolitik.

    Dass wir mit den Zielen in Deutschland, den USA ua Entwicklungen den Empfehlungen der Klimawissenschaft hinterherhinken, stimmt. Das 2-Grad-Ziel erreichen wir so nicht. Doch selbst, wenn das bald ausser Reichweite liegen sollte, lohnt das kaempfen. Es lohnt gegen jedes Zehntelgrad an mehr Erderwaermung zu kaempfen!

  4. Hallo Arne,
    gerne schließe ich mich Deinem Optimismus an. Denn nur konstatieren, dass wir brachial gegen eine Wand rauschen (nicht nur klima- sondern auch ressourcenpolitisch = 2 Seiten einer Medaille) befriedigt mich auch nicht gerade.
    Gibt es eigentlich Zahlen, wie sich die Pro-Kopf-Emission in Kalifornien und anderen Vorreiterstaaten entwickelt hat?
    Das wäre wirklich interessant zu wissen, ob sich die medial stark beachtete Emissionseinsparoffensive einzelner Bundesstaaten tatsächlich in den Pro-Kopf-Emissionen niederschlägt, oder ob es sich mehr um einen Medienhype ohne messbare, konkrete Auswirkungen handelt.

  5. Interessanter Artikel:

    http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Agrarmaerkte-laufen-erneut-heiss-/story/10175215

    Die Themen Regional- und Globalklima, Übernutzung natürlicher Ressourcen, Ölabhängigkeit einer energieineffizienten, hochmechanisierten Landwirtschaft, Fehlallokation gewaltiger finanzieller Ressourcen sowie Verteilungsungerechtigkeit beeinflussen das Leben von immer mehr Menschen auf negative Weise.

  6. die unterschiedlichen Emissionen lassen sich hier gut erkennen: http://www.nytimes.com/interactive/2008/05/30/business/20080601_ENERGY_GRAPHIC.html

    California ist mit 11t pro Kopf/Jahr eindeutig Vorreiter. Allerdings muss man zugestehen, dass der Golden State kaum energieintensives produzierendes Gewerbe wie Stahl-, Chemie- und Autoindustrie hat. Umgekehrt stoesst jeder Bewohner aus Wyoming im Schnitt 120t CO2 pro jahr aus, weil der kleine Staat viel Kohle verarbeitet und exportiert: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_U.S._states_by_carbon_dioxide_emissions

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