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Unbedingt sehenswert: C02-Uhr tickt!

Wer wissen will, wieviel CO2 wir noch genau emittieren dürfen, bis wir die magische Zwei-Grad-Grenze überschreiten und wieviel aktuell schon in die Atmohphäre geblasen wird, dem/der empfehle ich wärmstens einen Blick auf diese Website: http://trillionthtonne.org. Die Seite vermittelt zudem das so nötige Gefühl von Dringlichkeit und einen Eindruck davon, dass uns tatsächlich die Zeit davonläuft. Also: unbedingt anschauen und weitersagen!

Die Autoren der Seite (University of Oxford) gehen davon aus, dass wir etwa 1 Billionen Tonnen CO2 emittieren dürfen, wenn wir eine 50 % Chance wollen, das 2 Grad-Ziel zu erreichen. Bei 75 % sind es nur 750 Milliarden Tonnen. Die Billionste Tonne würde nach jetzigem Trend der Emissionen am 9. Juli 2044 emittiert sein. Wenn wir unsere Emissionen jährlöich um 2,29 % reduzieren, dann könnten wir es schaffen, diese Grenze nicht zu erreichen. Aber die Uhr tickt…

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Diskussion

  1. Ich hoffe, dass wir diese Grenze nicht erreichen! Mein Freund ist Mitglied der Ökologisch Verantwortlichen Tuning Gemeinschaft und ich denke viel mehr PKW-Fans sollten ein solches Tuning unterstützen. Dabei geht es nämlich darum, die Umweltbelastung durch das jeweilige Fahrzeug so wenig wie möglich mitzuverantworten. Darum sollten wir uns alle bemühen.

  2. Bei den jetzigen Emissionsmengen kommen in jedem Jahrzehnt 23 ppm CO2 dazu, so dass wir etwa im Jahr 2030…2033 die 440 ppm nach oben durchstoßen, die als kritischer Wert von etlichen Wissenschaftlern angesehen werden.
    Nicht in der Rechnung enthalten sind dabei die stark steigenden anthropogenen Methan- und Lachgasemissionen, die einen immer höheren Anteil an der Geasmtrechnung des Klimawandels haben.
    Nicht in der Rechnung enthalten ist der Umstand, dass bis auf das Krisenjahr 2009 jedes Jahr mehr CO2 emittiert wurde. Für das Jahr 2010 las ich kürzlich eine Zahl von 2,6 ppm Anstieg des CO2-Anteils gegenüber dem Vorjahr. Das wäre ein Allzeithoch.
    Nicht in der Rechnung enthalten sind Rückkopplungseffekte wie Methanemissionen aus den Permafrostböden (eventuell sogar aus den Methanhydraten in manchen Schelfrandgebieten – etwa vor der nordostsibirischen Küste, die Hinweise darauf verdichten sich), Albedoänderungen vor allem in der Arktis, die nachlassende Fähigkeit der Ozeane, zusätzliches CO2 zu speichern usw.
    Und nicht in der Rechnung enthalten sind zukünftige Kipppunkte (neudeutsch: tipping points) der Entwicklung, weil wir darüber keine Erkenntnisse haben.

    Aber wahrscheinlich darf man auch garnicht zu umfassend an die Betrachtung herangehen, weil sonst die Einstellung die Oberhand gewinnen würde, man könne eh nichts mehr ausrichten. Insofern ist das Ausblenden bestimmter Zusammenhänge womöglich garnicht zu umgehen, will man nicht eine lähmende, fatalistische Einstellung erzeugen.

  3. Wo liegt nun der Ausweg?
    1. radikale Abrüstung und Umleitung der Mittel in die Transformation des Energiewesens und der Wirtschaft insgesamt (Chance auf absehbare Zeit nahe Null. Im Gegenteil: Länder wie China, Russland, Brasilien, Saudi-Arabien usw verstärken ihre Aufrüstung, die USA behalten trotz einer angekündigten lächerlichen Kürzung von 12 Milliarden Dollar im Jahr ihr Wahnsinns-Aufrüstungstempo bei)
    2. Beendigung des parasitären Energie- und Rohstoff-Verbrauchs (Chance auf absehbare Zeit nahe Null. Die Yachten der Oligarchen werden immer gigantischer, immer mehr Luxus-Passagierschiffe fahren auf den Meeren, immer zahlreichere und größere Shopping-Malls und riesige Erlebisparks werden gebaut, die Menschen aus weitem Umkreis anlocken, immer mehr Großflughäfen werden in den Schwellenländern gebaut, immer mehr schreitet die Urbanisierung voran mit wöchentlich 1,2 Millionen zusätzlichen Stadtbewohnern weltweit, die großen, spritdurstigen Oberklasseautos erfreuen sich einer Rekordnachfrage – mittlerweile sogar in China und Indien, und vieles andere.)
    3. JEDER Mensch insbesondere in den OECD-Staaten müsste individuell eine strikte Suffizienz-Strategie verwirklichen, lokale Produkte einkaufen, die Mobilitätsansprüche deutlich herunterfahren, sich fleischärmer ernähren, Konsumgüter wesentlich länger nutzen, verstärkt in Energieeinsparung investieren usw.
    Chance auf absehbare Zeit nahe Null, weil bei über 90% der Menschen noch nicht einmal ein ausgeprägtes Problembewusstsein vorhanden ist. Und bei denen, die dieses Problembewusstsein haben, alte Gewohnheiten meist zu stark vorhanden sind (ich merke das immer wieder bei mir).
    4. Umbau des gesamten auf Wachstum basierten Zinssystems im Finanzwesen.
    Chance nahe Null.

    Fazit: Chance, ehrgeizige oder auch nur halbwegs ausreichende Ziele im Klimaschutz zu erreichen: nahe Null.
    Man kann eigentlich nur versuchen, über das Ressourcenthema die Menschen wachzurütteln. Ihnen klar machen, dass es bei einem „weiter so“ noch zu ihren Lebzeiten einen drastischen Einbruch im Lebensstandard geben wird bis hin zur absoluten Verarmung, weil unser Lebensstil rein ressourcentechnisch nicht planetenkompatibel ist. Die Klima- und die Ressourcenfrage hängen ja eng zusammen.

    Aber nach meiner Erfahrung bei Gesprächen mit ansonsten intelligenten Zeitgenossen wird selbst das nicht geglaubt. „Der technologische Fortschritt wird´s schon richten“ heißt dann in aller Regel die Antwort.
    Wir Menschen sind Lineardenker. Das wird uns zum Verhängnis.

  4. Während es in Europa im Dezember kälter war, als im langjährigen Durchschnitt, gab es in Grönland „positive“ Temperaturrekorde.

    http://www.orf.at/stories/2035937/2035934/

    In einem Fernsehbeitrag kurz vor Sylvester war berichtet worden, dass die Dezember-Durchschnittstemperatur in Südgrönland merklich höher lag, als in Berlin.
    Hier zeigt sich die von den Klimawissenschaftlern beschriebene Tendenz, dass die Arktis die größte Temperaturerhöhung verzeichnet. Vor 3 Jahren hat man im Raum Spitzbergen über 5 Monate eine Abweichung der Mitteltemperatur von 13 Grad beobachtet. Die größte und längste Abweichung, die je festgestellt wurde.

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