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Lundin Oil in Äthiopien und die Verantwortung Europas

In Äthiopien stehen zwei schwedische Journalisten vor Gericht und werden angeklagt, gegen die Antiterrorgesetze des Landes verstoßen zu haben. Sie sind illegal über die Grenze gereist (das geben sie auch zu), um über die Tätigkeiten des schwedischen Ölkonzerns Lundin Oil zu recherchieren, der kein besonders gutes Image hat, was Menschenrechte angeht.

Brisant ist das Ganze aber jetzt dadurch, dass sich der schwedische Außenminister – selbst Aktionär bei Lundin Oil und früher im Aufsichtsrat – in keinster Weise für die Freilassung der Journalisten einsetzt, sondern lediglich verlauten lässt, man habe sie ja vor der Einreise gewarnt (siehe Bericht der taz heute).

Was das mit einem Klima der Gerechtigkeit zu tun hat? Es sind genau diese Verquickungen und direkten Verstrickungen von Politik und fossilen Interessen, die ein wirkliches Vorankommen auch beim Klimaschutz unmöglich machen. Und im Falle der Ölförderung in Subsahara-Afrika wird zudem deutlich, dass wir es mit Multiplen Krise zu tun haben: Klima, Energie, Ressourcen, Armut, Demokratie… Es ist unsere Verantwortung als Bürgerinnen und Bürger der Heimatländer solcher Konzerne, dafür zu sorgen, dass die Politik sie hier zur Rechenschaft zieht. Aber das geht natürlich nur, wenn wir Politiker/innen wählen, die nicht genau die Interessen dieser Konzerne vertreten. Das ist nicht nur in Schweden ein Problem.  Und genau deshalb sollten vielleicht jetzt die anderen europäischen Außenminister zum Telefonhörer greifen und in Stockholm anrufen.

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