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Werden die G20 jetzt grün?

Heute übernimmt Mexiko die Präsidentschaft der G20 von Frankreich. Interessanterweise hat Calderon angekündigt, dass er Grünes Wachstum und Klimafinanzierung auf die Agenda des Gipfels setzen will, der im Juni in Los Cabos stattfinden wird – kurz vor dem Rio+20 Gipfel.

Vielleicht erfahren wir dann von Mexiko, wie sie planen, die existierenden Pläne und Programme der G20 – z.B. im Rahmen ihrer Entwicklungsagenda in so relevanten Sektoren wie Infrastruktur, Energie und Landwirtschaft – so auszurichten, dass sie Klimaschutz und Anpassung mitdenken und nicht sabotieren, wie es derzeit leider der Fall ist.

Lesetipps (Englisch):

 

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Diskussion

  1. Klar, heute ist doch alle grün. Die Autos, die Kohleindustrie (Wahnsinn: schon 0,0001% des CO2 werden per CCS abgeschieden! Heureka!), warum also nicht auch die G20?
    Immerhin schon 0,2% der weltweiten Primärnergie wird heute per Windkraft erzeugt.

    Wir können uns vor Klima- und Umweltfreundlichkeit garnicht einkriegen. CO2 wird noch knapp werden in der Atmosphäre, wenn wir es mit unserem Grün-Sein weiter so übertreiben.

    Tut mir leid! Immer wenn ich diese Pseudo-Slogans von Industrie oder Staaten lese, geht der Sarkasmus mit mir durch.

  2. Spannend. Lili, gibt es eine Quelle für diese Themensetzung durch Calderon?

    @M.E.: Es ist sicherlich alles nicht einfach. Aber es nützt auch nichts wenn wir nur verzweifeln.
    Vielleicht macht es Sinn wenn Sie ihre Depressionen an anderer Stelle besprechen als hier öffentlich im Blog? Ich habe bisher von Ihnen nur negative, zynische und sarkastische Anmerkungen gelesen. Das hilft niemandem weiter – oder allenfalls der Anti-Klimaschutz-Lobby.

  3. Ok, Jörg.
    Tut mir leid, mit der Beschreibung der desillusionierenden Realität genervt zu haben.

    Und ich wünsche mir nichts mehr, als dass ihr, die ihr euch für dieses große Menschheitsthema einsetzt, wie durch ein Wunder doch Erfolg habt. Aber bitte blendet die Realitäten dabei nicht aus.
    Und bezeichnet bitte die, die auf die Realitäten hinweisen, nicht als Helfer der Anti-Klimaschutz-Lobby

    Alles Gute.

  4. Lieber M.E.,
    Da Du in der Mehrzahl schreibst, noch einmal der Hinweis: Jörg ist kein Autor dieses Blogs. Wir von Klima-der-Gerechtigkeit schätzen die Kommentare und Hinweise/verlinkungen sehr.

    Dennoch hat Jörg hier auch Recht: Fatalismus hilft nicht weiter. Aber natürlich müssen wir realistisch sein. Die Gefahr ist m.E. aber nicht, das schlechte Laune das Ergebnis mindert (meinst Du das, Jörg?), sondern dass dieser „Realismus“ Leute zu völlig neuen Lösungen – GeoEngineering usw. – verleitet. Schon das Argument für die derzeitigen Carbon Markets („Nicht perfekt, aber wir haben nicht die Zeit bessere Instrumente zu entwickeln“) liegt mir schwer im Magen. Deshalb gerne Realismus, aber auch damit bitte vorsichtig umgehen.

    In Bezug auf Durban siehe hierzu auch mein Blog „Die Realist/innen und die Fatalist/innen“! http://klima-der-gerechtigkeit.boellblog.org/2011/11/25/akteure-durban-fatalismus/

  5. Hallo Georg,
    letzten Endes zählt, was jeder selbst tut. Fatalismus wäre, zu jammern und nichts zu tun. Jeder muss seinen Emissionsrucksack selbst kritisch bewerten und ihn nach Kräften verkleinern.
    Auf der Erde leben nun mal 7 Millarden Emissionsverursacher. Weit mehr als 1 Milliarde haben Pro-Kopf-Emissionen, die im Vergleich zur deutschen Durchschnittsemission gegen Null tendieren. Allerdings gezwungenermaßen durch ein zutiefst ungerechtes Reichtumsverteilungssystem (womit wir beim Thema der Gerechtigkeit wären). Auch diese Menschen hätten gerne in aller Regel einen wesentlich emissionsträchtigeren Lebensstil.
    Gezwungenermaßen sind diese weit über 1 Milliarde Menschen (man könnte die Zahl wohl auch auf 3 Milliarden beziffern, je nachdem, welchen Emissionsgrenzwert man wählt) eigentlich die wahren Klimaschützer. Natürlich gezwungenermaßen.
    Die, die den Klimaschutz im Munde führen, sind de facto eben persönlich oft nicht die Klimaschützer. Damit will ich nicht auf Euch hier abzielen, denn ich gehe davon aus, dass ihr alle einen im Verhältnis zum europäischen Durchschnitt bescheidnen Lebensstil führt. Das strebe ich ebenfalls an, habe seit 12 Jahren keine längere Flugreisen unternommen, habe vom Handy über Flachbildfernseher und viele andere techniche must haves nichts in meinem Besitz, trage meine Hemden, bis die Grenze der Peinlichkeit erreicht ist und stecke meine nicht riesigen finanziellen Ressourcen seit Jahren in die energetische Optimierung meines Hauses. Ein Auto fahre ich allerdings gezwungenermaßen, leider 12000 Kilometer im Jahr. Und geize trotzdem mit jedem nicht nötigen Kilometer.
    Und trotzdem – selbst wenn ich weniger Emissionen verusache als der deutsche Durchschnitt – gehöre ich zu den Klimasündern relativ zu Milliarden anderen Menschen, und hochgerechnet auf 7 Milliarden sowieso. Und mir ist klar, dass ich weiter daran arbeiten muss, meinen Lebensstil zu ändern, um wenigstens mit einer Viertel Glaubwürdigkeit über die Klimaproblematik sprechen zu können.
    Und diese suffiziente Lebensweise wird uns ohnehin in diesem Jahrhundert aufgezwungen werden, alleine schon durch Peak anything. So haben große Herausforderungen manchmal auch ihr Gutes.

    Die offizielle Klimadiskussion findet irgendwie in einem luftleerem Raum statt, entleet durch regulatorische Procederes, die bei genauem Hinsehen Emissionen nicht wirklich nachhaltig reduzieren und massig Raum für Tricksereien lassen. Und geprägt von Schuldzuweisungen manchmal sogar gegenüber Menschen, die nur einen Bruchteil der eigenen Emissionen verursachen.
    Die Klimadiskussion muss deutlich mehr zu einer Diskussion über den EIGENEN Lebensstil werden. Wir müssen erkennen, dass Energieeffizienz eben nicht ausreichend ist sondern durch fortlaufend steigende Suffizienz ergänzt werden muss.
    Umdenken ist nicht genug. Jeder Einzelne muss deutlich mehr UMHANDELN. Auch ich.

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