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Global Frackdown

Jonah Gasfeld, Wyoming 2001Morgen ist Global Frackdown Day – schon gewusst? Fracking ist die unstrittene Technologie, mit der unkonventionelles Erdgas (sog. Schiefergas) aus tiefen Gesteinsschichten gepresst wird. Hierfür wird mit Chemikalien angereicherte Flüssigkeit in Bohrlöcher gepresst. Damit werden Risse in den Erdschichten erzeugt bzw. erweitert, so dass das Gas entweichen kann. Das Verfahren findet bereits breite Anwendung in den USA. Aber auch z.B. in Frankreich, Großbritannien und Polen sowie bei uns in Deutschland. Schiefergas gibt es auch unter anderem in Südafrika, China, Mexico, Argentinien und Algerien.

Die Bedenken hinsichtlich der Nutzung von durch Fracking gefördertes Schiefergas als Alternative zu Kohle und Erdöl sind erheblich. Sie reichen von Verschmutzung des Trinkwassers über durch Bohrungen erzeugte Erdbeben bis hin zum hohen Einsatz von Wasser und Energie für die Förderung und der damit einhergehenden schlechten Klima- und Umweltbilanz. Interessant ist, dass in Deutschland vor Kurzem zwei aktuellen Gutachten bestätigt haben, dass die Technik nicht sicher ist und die Politik aktuell eigentlich nur mit einem Moratorium reagieren kann (was die Landesregierung NRW auch tut).

Der globale Frackdown Tag will mit einer Vielzahl von kleinen Aktionen und Protestens rund um den Globus auf die Gefahren des Facking aufmerksam machen. Ein aktuelles Hintergrundpapier zur Schiefergasproblematik in Europa hat pünktlich zum Aktionstag Friends of the Earth Europe herausgegeben.

Bild: „Aerial view of the Jonah natural gas field, upper Green River valley, Wyoming“ von SkyTruth mit Creative Commons Lizenz.

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Diskussion

  1. Wieder ein sehr guter Artikel. Kompliment, Frau Fuhr.

    Und nur zur Ergänzung: die Unmengen an salzigem und gifthaltigem Abwasser, zum Teil sogar radioaktiv kontaminiert, stellen zusätzlich ein riesiges Problem dar.
    Durch herkömmliche Kläranlagen lassen sich diese wassermassen nicht reinigen (obwohl die Brühe in den USA teilweise in kommunalen Kläranlagen „entsorgt“ wird.
    Wollte man diese Abwassermassen dekontaminieren, entgiften und entsalzen, würde die gesamte Frackingtechnologie unwirtschaftlich, selbst bei steigenden Gaspreisen.
    Die nicht sachgerechte Entsorgung der Fracking-Abwässer ist also integraler Bestanteil der Fracking-Technologie.
    Deshalb wurden exclusiv für das Gasfracking auch die ohnhin schon eher laschen Umweltgesetzte in den USA außer Kraft gesetzt.
    Und das sogenannte „Clean-Fracking“ ohne Gifte der obersten beiden Wassergefährdungsklassen ist – ähnlich wie CCS – nur ein prkatiziertes Versprechen einer Alternative, die aus Gründen z.B. des hohen Einsatzes von Mais bei dieser Technologie auch nicht realisiert werden wird in der Breite der Fälle.

    Erwähnt sei auch, dass die recovery rate beim Gasfracking – aber insbesondere auch beim Tight-Oil-Fracking – absolut lausig ist.
    Wenn man also hört, dass unter NRW/Niedersachsen die doppelte Menge an Gas in Form von Tight-Gas vorhanden ist wie die konventionelle Gasmenge im Groningen-Feld, dann kann man getrost von dieser Menge mindestens 90% abziehen, wenn man auf die förderbare Menge kommen will.
    Da relativiert sich der versprochene Zauber dieser Vorkommen erheblich.

  2. Ach, und noch etwas zum Fracking: es ist auch mit großem Landschaftsverbrauch verbunden, wie man an dem Foto gut erkennen kann:

    http://74.220.207.119/~landscd1/landscapesofextraction/files/gimgs/65_hfb3.png

    Und genau so wenig, wie das Klären der Abwassermassen in die Frackingkosten hineingerechnet wird und somit in der Regel unterlassen wird, so wenig ist nach meiner Information der umfassende Rückbau der umfangreichen Infrastruktur wie Straßen und Betonfundamente für die Bohranlagen berücksichtigt und vorgesehen.

    So werden sich immer größere Bereiche in solche Flickenteppiche wie auf dem Satellitenbild verwandeln und für alternative Verwendungen auf längere Sicht weitgehend verloren sein.

  3. Hier sehr interessante Detailinformationen zum Tight-Oil-Fracking, die ein Bekannter, der Geologe ist, in einem Blog veröffentlicht hat:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=266933&page=0&category=0&order=last_answer

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