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Schiefergas-Fracking: wir brauchen eine lebendige und ernsthafte Debatte in Deutschland!

Bundesumweltminister Altmeier will noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz auf den Weg bringen, um der Förderung von Schiefergas in Deutschland durch das sog. „Fracking“ den Weg zu bereiten. Der BUND ist besorgt und ruft die Bundesregierung dazu auf, es den Regierungen von Bulgarien und Frankreich gleich zu tun und die Technologie zu verbieten (konkrete Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf gibt es hier und hier). Die Grünen fordern ein Moratorium (und haben ein schönes Filmchen gemacht, das die Gefahren der Technologie erläutert). Und überall im Land mobilisieren immer mehr lokale Initiativen gegen Schiefergas-Fracking. Aber reicht das?

Die meisten Umweltverbände sind derzeit zu diesem Thema erstaunlich still. Ist es so schwer zu unterscheiden zwischen ‚Erdgas als Brückentechnologie ins Zeitalter der erneuerbaren Energien‘ und einem ‚Carbon-Lock-in‘, wie er sich aktuell beispielhaft in den USA abspielt (siehe z.B.Fritz Vorholz in der Zeit)? Oder liegt es mal wieder daran, dass wir mit unseren Risikoeinschätzungen der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien bei Weitem hinterherhinken?

Auf jeden Fall würde ich mir eine viel lebendigere und zugleich ernsthafte Debatte hierzulande sehr wünschen – und erwarte eigentlich auch, dass sich die Protagonist/innen einer konsequenten Energiewende aktiv daran beteiligen!

 

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Diskussion

  1. In Wasserschutzgebieten sowie in Gebieten mit Heilquellen Bohrungen soll das Verfahren komplett verboten sein. Dies schließt auch Bohrungen, die der Suche nach Vorkommen dienen, mit ein. Dies würde allerdings ein Siebtel der Landesfläche betreffen. Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/auflagen-fuer-fracking/

  2. Das, was wir vor Allem brauchen, ist erst einmal eine umfassende Information um alle Fragen des Fracking, wie z.B.:

    -wie hoch ist das Risiko eines stärkeren Erdbebens beim Fracking nahe geologische Bruchgrenzen?
    -wie viel CO2 entweicht beim gesamten Fracking-Prozess und danach unkontrolliert in die Atmosphäre – wie ist also die Klimabilanz des unkonventionellen Gases im Verhältnis zum Öl oder zur Kohle?
    -wie groß ist das Risiko von Grundwasserveschmutzungen?
    -Was geschieht mit dem salzigen, gifthaltigen Abwasser, das nach dem Fracken wieder an die Oberfläche kommt?
    -wie ist die genaue Zusammnsetzung der Frackingflüssigkeit, welche Mengen von welchem Soff werden angewendet?
    Was geschieht mit der Infrastruktur (Fahrstraßen, Fundamente usw) die zum Zwecke des Fracking errichtet wurden.
    In welcher Range befinden sich die EROI-Relationen beim Shalegas?

    usw.

    Zuverlässige, deatillierte Informationen gibt es bisher selbst bei denen nicht, die die Entscheidungen pro oder kontra Fracking zu treffen haben. Und bei der betroffenen Bevölkerung schon garnicht.

    Erst bei Vorliegen gesicherter Fakten kann überhaupt eine ernsthafte Debatte über das Fracking beginnen.

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