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Perus Umweltminister ohne Macht

Nur wenige Monate, bevor er als Gastgeber der  UN-Klimakonferenz in Lima fungieren soll, musste der peruanische Umweltminister einen herben Machtverlust einstecken: Ein von Präsident Humala Mitte Juli erlassenes Gesetz nimmt dem Ministerium das Recht, Qualitätsstandards für Luft, Boden und Wasser zu erlassen und  Höchstgrenzen für umweltschädliche Stoffe festzulegen. Auch darf es keine  Naturschutzgebiete mehr einrichten, in denen Bergbau und Ölbohrungen  verboten sind. Beschlossen wurden auch Steuererleichterungen für internationale Bergbaukonzerne. Erst letzte Woche war Humala anlässlich des Petersburger Klimadialogs in Deutschland, wo er auch nebenbei eine bilaterale Rohstoffpartnerschaft mit Deutschland unterzeichnete. Peru setzt alles auf einen extraktiven Entwicklungspfad. Dabei werden nicht nur die Konflikte im Land zunehmen, sondern auch die Glaubwürdigkeit des Gastgeberlandes der Klimakonferenz in Frage gestellt.

 

 

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Diskussion

  1. Es ist schon eigenartig: Länder, die man zumindest in Teilen als die hot spots von Klimaveränderungen bezeichnen kann, wie z.B. Australien, die USA oder China, tun am wenigsten für den Klima- und Umweltschutz.
    Zu diesen Ländern gehört auch Peru. Durch die zunehmende Trockenheit in weiten Landesteilen und die zurückgehenden Schmelzwasserabflüsse aus den Anden auf Grund der zurückgehenden Gletscher steht z.B. der Ballungsraum Lima vor einem riesigen Problem bei der Wasserversorgung.
    Und obwohl man dort überproportional vom Klimawandel betroffen ist, wird der Umweltschutz massiv ausgehebelt.

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