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Deutsche Unternehmen profitieren vom tödlichem Handel mit Konfliktrohstoffen

Wenige Wochen bevor der Gesetzesvorschlag für eine europäische Regulierung zum Handel mit Konfliktrohstoffen im Europäischen Parlament diskutiert wird, warnen Global Witness, Amnesty International und anderen Nichtregierungsorganisationen, dass die von der Kommission und wichtigen Mitgliedsländern vorgesehene freiwillige Regulierung den tödlichen Rohstoffhandel nicht eindämmen wird.

Momentan ist es für Verbraucher/innen nicht nachvollziehbar, ob mit dem Handel von Zinn, Coltan, Wolfram und Gold (die von der Regulierung betroffenen Rohstoffe) in Laptops, Handys oder anderen Konsumgütern in der EU bewaffnete Konflikte und Menschenrechtsverletzungen in den Herkunftsländen finanziert werden.

Deutschland ist weltweit der dritt größte Importeur von Laptops und Handys und der größte in der EU. Laut der Recherche von Global Witness wurden 2013 64 Millionen Handys und 15 Millionen Laptops im Wert von insgesamt 14,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert, 52 % davon aus China. China wiederum hat im selben Jahr 4000 Tonnen der o.g. Rohstoffe aus Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Burundi importiert – allesamt Länder, in denen der Handel mit Rohstoffen nachweislich zur Finanzierung gewaltsamer Konflikte beiträgt.

Der aktuelle Gesetzesentwurf würde hier keine Abhilfe schaffen, da er sich nur auf direkt in die EU importierte Rohstoffe bezieht und nicht auf die Verantwortung der weiterverarbeitenden Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Forderungen der NGOs sind daher klar: Eine Verbindliche Regulierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die alle Rohstoffe und alle Regionen umfasst. Mehr dazu auch in der Pressemitteilung, im Positionspapier des AK Rohstoffe und auf der Kampagnenseite von Global Witness.

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