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Bopha (2012), Haiyan (2013), Hagupit (2014)… Klimawandelschaden in den Philippinen und auf der Agenda der COP 20 in Lima

Alle Jahre wieder… werden die Philippinen von einem Taifun heimgesucht. Vor einem Jahr kostete Taifun Haiyan mehr als 6000 Menschenleben, machte mehr als 4 Millionen Menschen obdachlos und verursachte einen Schaden von ca. 2 Milliarden US Dollar. Und nun: Hagupit – dank besserer Sturmwarnsysteme und Evakuierung deutlich weniger Opfer. Aber auch diesmal sind die Schäden immens und der Wiederaufbau mühsam und teuer. Eine Katastrophe für die Menschen und das Land.

Dass sich diese Erfahrungen direkt spürbarer Effekte des Klimawandels quasi live und parallel zu den UN Klimaverhandlungen abspielen, ist zum einen tragisch. Zum anderen aber auch hoch symbolisch. Vor einem Jahr bei der Klimakonferenz in Warschau gelang angesichts der Tragödie in den Philippinen der Durchbruch für einen Mechanismus für Klimawandelschaden und -verluste (Warsaw Mechanisms on Loss and Damage).

Doch was dort (zu Recht) als Durchbruch gefeiert wurde, stand von Anfang an auf wackligen Füßen. Die USA und andere Industriestaaten haben klar gemacht, dass sie nicht bereit sind, über Kompensationen zu verhandeln. Und so ist es auch kein Wunder, dass das Thema „loss and damage“ hier in Lima in der ersten Verhandlungswoche heftig unter Beschuss gerät. Ob es sich tatsächlich im Pariser Abkommen im nächsten Jahr erkennbar wiederfinden wird, ist derzeit ungewiss. Dazu bedarf es noch erheblicher Anstrengungen in den kommenden Tagen und Monaten.

Bedeutungsvoll und schlau finde ich übrigens die Kampagne von Greenpeace, den Taifun Hagupit umzunennen und ihm einen Namen einer der größten Klimasünder zu geben. Führend auf der Liste: Chevron, allein für 3,5 % der globalen Emissionen verantwortlich. Damit sollte Chevron einer der ersten sein, die tief in die Tasche greifen, um die Klimaopfer in den Philippinen zu entschädigen!

Die Philippinen sind übrigens überraschend aus der Gruppe der sog. ‚like minded developing countries‘ LMDC (‚gleichgesinnte Entwicklungsländer‘) ausgestiegen. Diese Gruppe vertritt – geführt von Indien, China, Saudi Arabien und anderen Entwicklungs- und Schwellenländern – vor allem blockierende Positionen und beharrt auf der historischen Schuld der Industrieländer, ohne deren Anerkennung sie sich keinen Schritt nach vorne bewegen werden. Bis vor Kurzem wuchs diese Gruppe stetig an. Und so mag der Austritt der Philippinen verwundern – aber dann auch wiederum nicht, wenn man versteht, dass ein Land angesichts von Haiyan, Hagupit, Chevron und anderen Monstern es sich schlicht nicht leisten kann zu warten.

Spekulationen kursieren in Lima über die Tatsache, dass der ehemalige Chefverhandler der Philippinen, Yeb Sano, der durch seine Fastenaktion und den Haiyan-Gedenkmarsch bekannt geworden ist, dieses Mal nicht mit zur Klimakonferenz reist – Kritiker vermuten, dass seine klare Positionierung gegen die fossile Industrie der Regierung zu heikel geworden sein könnte.

 

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