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In 10 Tagen beginnt der Klimagipfel in Paris…

In 10 Tagen beginnt die COP 21 in Paris – und seit dem 13. November ist alles anders. Die großen Demonstrationen, die für den 29. November und 12. Dezember geplant waren und Hundertausende auf die Straße bringen sollten, sind abgesagt. Die Alternativveranstaltungen (Climate Generations Area, Peoples‘ Climate Summit und Climate Action Zone) finden statt – jedenfalls nach aktuellem Stand. Die französische und internationale Zivilgesellschaft ist enttäuscht und frustriert, bringt aber auch Verständnis für die Sicherheitsbedenken der französischen Regierung auf.

Doch waren nun Monate der Vorbereitung und Mobilisierung umsonst? Nein, sicherlich nicht! Denn zum einen sind nicht nur in Paris Demonstrationen, Proteste und andere Aktivitäten geplant, sondern dezentral in vielen, vielen Ländern, Städten und Orten in Europa und überall auf der Welt. Und auch im Rahmen der Verhandlungen selber und den genehmigten Veranstaltungsorten wird die Zivilgesellschaft Möglichkeiten finden, sich Gehör zu verschaffen.

Von der tagesaktuellen politischen Agenda ist das Thema Klimawandel erstmal weitestgehend verschwunden. Aber eben auch nicht ganz. Hier ein paar Beispiele aus der letzten Woche: Beim EU-Afrika-Gipfel auf Malta verweisen die afrikanischen Regierungen ganz deutlich auf die Klimawandelfolgen als Fluchtursachen. Ein führendes Industrieland (Großbritannien) verkündet den Kohleausstieg (leider auch den Ausbau von Atom und Fracking und den Rückzug aus der Förderung von erneuerbaren Energien…). Die OECD einigt sich auf einen (wenn auch nur halbherzigen) Ausstieg aus der Exportförderung von Kohleprojekten. Und das Expert/innengremium zur Überwachung der Energiewende verkündet, dass Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 vermutlich verfehlen wird… – dem widerspricht die Bundesregierung natürlich!

Wem das alles noch nicht reicht, um sich trotz allem noch auf den Weg nach Paris zu machen, der / die bekommt diese Tage ein attraktives Angebot des Sekretariats der UN Klimarahmenkonvention:

„We look forward to welcoming you to Paris for COP 21. This year’s international climate conference features a new way you can contribute to sustainable development and take responsibility for your climate footprint. The UNFCCC secretariat invites you to offset your travel to and from COP21 using UN-certified emissions reductions through its new Climate Neutral Now initiative. These emission reductions are created by projects that either remove emissions from the atmosphere, for example, by absorbing carbon dioxide in trees, or avoid creation of new emissions, for example, by replacing fossil fuels with renewable energy. Offset online before COP 21 and, when you register, receive a special edition Climate Neutral Now lanyard for your conference badge. Stand out at COP!“

Das ist doch was, so ein schickes Bändchen, mit dem man sich sein Badge (Namensschild / Registrierung für die COP 21) um den Hals umhängen kann, damit alle wissen, dass man mit reinem Gewissen unterwegs ist…

Viele gute inhaltliche Beiträge rund um die Klimapolitik, die COP21 und die globale Bewegung gibt es übrigens bei uns in der Heinrich-Böll-Stiftung im Dossier und im aktuellen Böll.Thema.

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