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Zwei Drittel der europäischen Erdölraffinerien sind in der Lage, kanadisches Teersandöl zu verarbeiten

Trotz der Entscheidung Obamas, die Teersandpipeline Keystone XL nicht zu genehmigen und den angekündigten Klimaschutzplänen in der kanadischen Teersandprovinz Alberta, ist das Ende der Teersandförderung dort noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil: Europa bereitet sich weiter und aktiv auf den Import und die Verarbeitung von Rohöl aus Teersanden vor.

Zwei Drittel der europäischen Erdölraffinerien sind aufgerüstet, um das besonders schwere und klimaschädliche Teersandöl zu verarbeiten, belegt einer neuer Bericht von Friends of the Earth Europe und Transport and Environment. Er basiert auf einer Recherche, die wir als Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt haben.

Auf einer interaktiven Karte sind die Raffinerien markiert und eingetragen, so dass sich Bürgerinnen und Bürger ein Bild davon machen können, was ggf. direkt vor ihrer Haustür passiert und in Zukunft noch passieren wird.

Nochmal zur Erinnerung, was die Einfuhr von kanadischen Teersanden nach Europa angeht: Die Fuel Quality Directive (FQD) EU wurde 2009 überarbeitet und beinhaltet das Ziel, die Emissionen aus Treibstoffen bis 2020 gegenüber 2010 um 6 % zu reduzieren. Im Oktober 2014 hat die Europäische Kommission einen überarbeiteten Umsetzungsvorschlag vorgelegt, der extrem industriefreundliche und ökologisch kritische Offsetting-Optionen enthält. Nicht zu vergessen ist zudem, dass die FQD es ja bekanntlich – dank effektiver Lobbyarbeit der kanadischen Regierung und der Teersandindustrie – nicht geschafft hat, einen spezifischen Wert für die Treibhausgasintensität von Teersanden zu setzen, der hoch genug wäre, um die kanadischen Teersande vom europäischen Markt fernzuhalten. Dabei hat die EC selber berechnen lassen, dass der Wert bei Teersandöl um 23 % höher liegt als bei konventionellem Öl.

 

 

 

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