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Keine deutschen Finanzgarantien für klimaschädliche LNG-Förderung in Kanada!

Kanadische Aktivist*innen haben gestern einen von über 100 kanadischen, deutschen und internationalen Bürgerinitiativen und Umweltverbänden unterschriebenen offenen Brief an die deutsche Botschaft in Ottawa gesandt. Er wendet sich gegen die deutsche Förderung des Flüssigerdgas-Export-Terminals Goldboro.

Das kanadische Unternehmen Pieridae Energy möchte das LNG-Exportterminal Goldboro in Nova Scotia realisieren und hat in dem Zusammenhang bereits 2013 einen 20jährigen Liefervertrag mit Uniper unterschrieben, dem Energieversorger, der an der russischen Pipeline Nord Stream 2 und dem LNG Terminal Wilhelmshaven beteiligt ist. Auf der Grundlage dieses Vertrages kann Pieridae deutsche Unterstützung in Form von Garantien für Ungebundene Finanzkredite (UFK-Garantien) erhalten, die wesentlich zur Finanzierung des Projektes beitragen würden.

Analyst*innen wie Aktivist*innen sehen das Vorhaben kritisch, da Pieridae letztendlich vertraglich zugesicherte Volumina für das LNG Goldboro nicht aus unwirtschaftlichen Sauergasbeständen in Alberta bedienen kann. Das Unternehmen ist deshalb nicht nur auf weitere, kostspielige Pipelineprojekte angewiesen, sondern wird auf Fracking-Gas zugreifen müssen, obwohl es immer wieder beteuert hat, dass dies nicht der Fall sei.

Hier ein paar Stimmen aus der deutschen Zivilgesellschaft zu dem Vorhaben:

Andy Gheorghiu, Campaigner und Policy Advisor für die Brüsseler Nichtregierungsorganistion Food & Water Action Europe:

„Abgesehen davon, dass Pieridae auf klima- und umweltfeindliches Fracking-Gas aus Kanada und den USA angewiesen sein wird, steht das Projekt finanziell seit nunmehr sieben Jahren auf eher wackeligen Füßen.“

Regine Richter, Energie-Campaignerin der Umweltorganisation Urgewald:

„Der deutsche Staat darf nicht beim Aufbau neuer Gasinfrastruktur mithelfen. Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn die fossile Energienutzung konsequent zurückgefahren wird, statt neue aufzubauen.“

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe:

„Während die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien ausbremst und damit die Energiewende konterkariert, pumpt sie Millionen in klima- und umweltschädliche LNG-Terminals im In- und Ausland. Diesem Irrsinn werden wir zusammen mit unseren trans-atlantischen Verbündeten ein Ende setzen.“

Für diejenigen, die sich noch näher zu dem kanadischen Projekt und der deutschen Beteiligung informieren wollen, empfehle ich das Online-Seminar am 7. Oktober: Globale/Transatlantische Verkettung – Klimaschädliche LNG-Förderung in Kanada mithilfe deutscher Finanzgarantien. Anmelden kann man sich dafür hier.

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