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Die Pro Gene Drive Lobby bei der CBD COP 13 in Cancun

Zivilgesellschaft ist ein weiter Begriff… Und so tummeln sich hier bei der COP 13 der CBD in Cancun jede Menge Lobbyistinnen und Lobbyisten, die zwar nicht als Privatsektor-Beobachter registriert sind, die Interessen der Biotech-Industrie und ihrer Geldgeber aber ganz klar verteidigen.

Natürlich kommen sie gut vorbereitet und haben daher auch schon sehr früh gewusst, dass einige kritische zivilgesellschaftliche Organisationen sich dafür einsetzen wollen, ein Moratorium auf die Gene Drive Technologie zu erreichen.

Diese Technologie liegt aber einigen sehr machtvollen Playern sehr am Herzen. Und die haben ihre Lobbyisten zur COP 13 geschickt. Hier ein paar Beispiele der Gruppen, die zur Verteidigung und Rettung der Gene Drives in Cancun unterwegs sind:

Target Malaria:

Target Malaria begannt als Forschungsprogramm im Imperial College in London, ist aber inzwischen eine Not-For-Profit Konsortium mit verschiedenen Teams und Projekten in Afrika, Nordamerika und Europa. Der größte Teil des Fundings stammt von der Bill & Melinda Gates Foundation.

Hier in Cancun sind sie mit einem ganzen Team vertreten, darunter ein smarter Wissenschaftler aus Burkina Faso, der dort an der Nutzung von Gene Drives zur Bekämpfung von Malaria forscht. Ihre Botschaft hier ist sehr einfach:

„Mosquitoes Are Deadly, So Why Not Kill Them All? The death toll from diseases carried by mosquitoes is so huge that scientists are working on a radical idea. Why not eradicate them?“

Am 2. Dezember 2016 hat Target Malaria einen Offenen Brief lanciert, den zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, gerade aus dem Globalen Süden, unterzeichnet haben, in dem sie die Regierungen bei der COP 13 dazu auffordern, kein Moratorium auf Gene Drives zu erlassen…

Island Conservation:

Island Conservation hat eine Mission: Invasive Arten von Inseln zu entfernen, um damit dort einheimischen bedrohten Tierarten das Überleben zu sichern. Da das mit den „traditionellen“ Methoden (also Verteilen von Giftködern oder großflächigem Sprayen von Giften) auch nicht gerade nett ist, haben sie sich jetzt überlegt, dass es mit der „tocherlosten Gene Drive Maus“ viel einfacher und sauberer gehen könnte:

„Gene-drive modified rodents is a promising concept. A mouse genome may be adjusted such that all its offspring are male. Utilizing a naturally occurring gene drive in the mouse genome could cause almost exclusive bias male-only inheritance. Once these mice were introduced and interbred with an island’s invasive mouse population for several generations, a virtually all-male population would be unable to reproduce, effecting an ‘eradication by expiration’, which holds promise as a transformative innovation for island restoration.“

iGEM:

Die International Genetically Engineered Machine (iGEM) Foundation betreibt eine internationalen Wettbewerb für Schüler/innen und Studierende, die sich für Synthetische Biologie begeistern können. Eine Art Nachwuchsförderungsprogramm für die Branche.

iGEM ist mit einer großen Delegation hoch motivierter junger Nachwuchswissenschaftler/innen hier in Cancun, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, ihre Forschungsfreiheit und Zukunft als Wissenschaftler/innen zu verteidigen. Und genau dafür wurden sie ausgewählt. Auf dem Bewerbungsbogen für ihre Cancun-Reise mussten sie die folgende Frage beantworten:

„What would you tell a delegate who is not in favor of synthetic biology? How would you convince them otherwise?“

Jedenfalls gibt es hier jede Menge junge Nachwuchswissenschaftler/innen, die mit Herzblut ihr Fachgebiet verteitigen und dabei zuvor anscheinende gezielt von ihren Professor/innen angestachelt wurden, sich auf die wenigen NGOs zu stürzen, die es wagen, kritische Fragen zu stellen. Eine solche Professorin, Maria Mercedes Roca (übrigens nebenbei auch iGEM Coach), verhandelt hier bei der COP 13 für Honduras das Thema Synthetische Biologie…

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