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Captain Hook Awards für Biopiraterie bei der COP 13 in Cancun

Die „Koalition gegen Biopiraterie“ (Coalition Against Biopiracy, CAB) hat heute in Cancun bei der COP 13 der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen die sechsten Captain Hook Awards vergeben. Überreicht wurden sie von Captain Hook und der Piratenfee Tinkerbell persönlich…

hook_awards_2016_poster_v6Hier die Preisträger/innen:

  • DivSeek, bekommt den Digital Biopiracy Award. DivSeek ist ein großes internationales Projekt zur Erstellung einer internationalen digitalen Gendatenbank, in der irgendwann die Genome hunderttausender Saatgutsorten gespeichert sein sollen:

 

 

 

Third World Network und GenEthisches Netzwerk dazu:

„In Kombination mit den Methoden der synthetischen Biologie wie beispielsweise der Gensynthese und dem Genome Editing, können diese digitalen genetischen Ressourcen dazu verwendet werden, einzelne wichtige Gene auszuwählen, nachzubilden, zu verändern und zu verwenden – ohne irgendwelches Genmaterial physisch transferieren zu müssen. Saatgut-Konzerne könnten auf diese Weise auf genetische Ressourcen zugreifen, ohne Vereinbarungen zum so genannten Access and Benefit Sharing (ABS) – auf deutsch: zum Zugang zu genetischen Ressourcen und zum gerechten Vorteilsausgleich – zu treffen.“

  • Die kanadische Delegation bei den CBD-Verhandlungen erhält den Worst Government Behavior Award, weil sie sich hier in Cancun dafür einsetzt, jegliche Referenzen zur Problematik der digitalen Gensequenzen aus den Verhandlungstexten zu streichen. Zugleich investiert Kanada 30 Millionen Dollar in die Digitalisierung seiner biologischen Sammlungen, ohne sich um Fragen von digitaler Biopiraterie oder internationaler Verpflichtungen zu kümmern. (Der zweite Platz geht übrigens an Honduras – das in dieser Frage ganz klar aus der ansonsten geschlossenen Front der Entwicklungsländer ausschert.)
  • Der brasilianische Agrarminister, Blairo Maggi, bekommt den Two Faces Award. In Cancun spricht sich Brasilien gegen Biopiraterie aus. Aber zu Hause sieht es anders aus: Informationen dazu, wie sich Maggi für Entwaldung und gegen die Rechte von Bäuerinnen und Bauern, traditionellen und lokalen Gemeinschaften in Brasilien einsetzt, gibt es z.B. in diesem Report von Greenpeace.
  • Den Greediest Biopirate Award teilen sich Coca Cola und Clarins. Coca Cola macht Risengewinne mit seinem Produkt „Cocal Cola Life“, ohne diejenigen an den Gewinnen zu beteiligen, die das traditionelle Wissen zu dem Süßstoff (Stevia) besitzen, den Coca Cola dafür nutzt. Mehr Informationen hierzu gibt es bei Public Eye. Clarins bekommt den Preis, weil es traditionelles afrikanisches Wissen rund um die medizinischen Wirkungen des Harungana Baums patentiert, das Produkt für $ 7000 pro Kilo verkauft und den afrikanischen Bäuerinnen und Bauern nur $ 2 pro Kilo (getrocknete Blätter) zahlt und das auch noch „Fair Trade“ nennt.

Neben dem Captain Hook Awards wurden aber auch die 2016 Cog Awards an Gemeinschaften, Organisationen und Individuen verliehen, die sich gegen Biopiraterie und für den Schutz von Biodiversität, Ökosystemen und die Rechte der lokalen Bevölkerungen einsetzen. Diese Preise wurden von der Fee Tinkerbell überreicht.

  • Den Preis für Most Creative Legal Defense bekommt eine Reihe von Organisationen, die sich mit innovativen rechtlichen Strategien erfolgreich gegen die Ausbreitung von Gen-Soya wehren und sich weigern, von den Konzernen „konsultiert“ zu werden.
  • Den Preis für Best People’s Defense überreichte Tinkerbell an das People’s Permanent Tribunal – Mexico Chapter für ihr Urteil von 2014, das sich für ein komplettes Verbot von gentechnisch verändertem Mais in Mexiko einsetzt und Gen-Mais als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ (crime against humanity) bezeichnet.

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